Technischer Teil
Die vorhandenen Quellen sind alle komplett ungeschützt und somit frei zugänglich für wilde Tiere sowie für Vieh. Diese trinken nicht nur von dem Wasser, sondern erledigen dort auch sämtliche andere Geschäfte wie z.B. Schweine die sich im Quellursprung suhlen.
Die südafrikanische Regierung testete das Wasser einiger Quellen und der Flüsse im Februar 2008. Den Ergebnissen zufolge haben alle Quellen einen sehr hohen Wert an E.-Coli Bakterien und das Wasser ist somit als Trinkwasser nicht geeignet. Während unserer Arbeit im August 2008 testeten wir selbst das Wasser sämtlicher Quellen und stellten ebenfalls einen enorm hohen Anteil an E.-Coli fest.
Es geht nun darum, das Wasser einzufassen bevor es aus dem Boden kommt und in einen kleines Reservoir zu leiten. Auf diese Weise ist das Wasser vor Bakterien und Schmutz geschützt und kann einfach von den Dorfbewohnern gesammelt und abgefüllt werden.
Das Wasser darf nun auf dem Weg nach Hause nicht mit Bakterien verseucht werden. Wie wir uns darum kümmern kann man hier nachlesen!

Hier sieht man 3 verschiedene Quellen: Aquena, Ngale, Todweni
In den Hang des Quellgebietes hinein wird ein großer Graben, bis unter die wasserführende Schicht, gegraben (ca. 2-3m tief, V-förmig ca. 5-6 Meter lang).
Hier wird nun ein Dränagerohr eingelegt. Am unteren Ende des Rohrs wird eine wasserdichte Betonmauer aufgebaut, die den V-förmigen Graben wie einen Staudamm verschließt (ca. 1m hoch). Nun wird der Graben ca. 0,5m - 0,7m hoch mit Schotter gefüllt, so dass das Wasser gut zum Dränagerohr durchsickern kann. Die Schotterschicht wird entweder mit Lehm oder mit Beton möglichst wasserdicht verschlossen, so dass kein Oberflächenwasser in die Quelle eindringen kann.
Der Graben wird nun mit dem restlichen Aushub aufgefüllt.
Auf das Ende des Dränagerohrs kommt ein normales PVC-Rohr welches das Wasser, je nach Topographie, in das Reservoir leitet. Überschusswasser aus dem Reservoir wird in eine Tier-Tränke geleitet und anschließend in den natürlichen Verlauf des Baches.
Um die Quelle vor Tieren zu schützen, werden wir evtl. einen Zaun um das Quellgebiet ziehen. Befindet sich die Quelle an einem steilen Hang, so werden wir evtl. Bäume pflanzen um die Fassung vor Erosion zu schützen. Dies werden wir jedoch erst vor Ort entscheiden können.
Bild von einer Quelle

Diese Art der Quellfassung realisierten wir bei unserer ersten Quelle. Diese scheint nun auch das sauberste Wasser zu führen. Ein Nachteil ist, dass die Quelle verschlossen ist und bei evtl. Erosion schwer gereinigt werden kann. Da die Konstruktion sehr aufwändig ist und sehr viel Material und Arbeitszeit benötigt, fassten wir zwei weitere Quellen auf andere Art ein. Es ist uns wichtig, dass die Quellfassung möglichst einfach gestaltet ist, damit die Bewohner die mitbauen, selbst weitere Quellen fassen können. Eine komplizierte Konstruktion ist schwer nachzuvollziehen und braucht viel Zeit, auch ist die Wartung nicht ganz einfach. Die einfacheren Fassungen sind offener, dadurch ist das Wasser nicht so gut geschützt, aber die Fassung kann bei Bedarf gewartet werden. Ein weiterer Aspekt, der die Wahl der Einfassungsart beeinflusst ist die Lage der Quelle. Das oben beschriebene Modell dient zur Fassung an Hängen. Da manche Quellen im Flachen Gelände liegen erfordern sie eine andere Fassung. Während des Bauens ist also ein ständiges Abwägen von Sicherheit, Nachvollziehbarkeit und Lage nötig. Wir bemühen uns, den Dorfbewohnern praktische Hilfen an die Hand zu geben und hoffen, dass sie die Notwendigkeit erkennen und die Initiative ergreifen sich selbständig um ihr Wasser zu kümmern.

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